Handschlag zwischen Mann und Frau?

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Handschlag zwischen Mann und Frau?

بسم الله الرحمن الرحيم Mit dem Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

115. Beschluss des European Council for Fatwa and Research (24/9)

Handschlag zwischen Mann und Frau?

Die europäische Tradition und ihre Auswirkung auf Fragen der muslimischen Frau

Der European Council bekräftigt seine früheren Empfehlungen an die Imame und Prediger im Westen, in welchen er sie auf die Berücksichtigung der europäischen Traditionen und Gepflogenheiten in ihren Reden, Beschlüssen und Stellungnahmen hinwies, sofern solcherart Berücksichtigung nicht zur Aufhebung eines im Islam eindeutigen Textbeweises führt. Das Ziel dahinter ist die Verwirklichung der Zwecke der muslimischen Realität im Westen, sowie der Schutz der Muslime und ihrer Institutionen vor Missverständnissen, wie auch vor mangelndem Verständnis zwischen ihnen und Nicht-Muslimen, trotz der Möglichkeit dessen.

In diesem Zusammenhang beschließt der European Council Folgendes:

Erstens: Die Muslime im Westen haben aus den Traditionen und Bräuchen ihrer ursprünglichen Herkunftsländer keine Hindernisse zu einem positiven Zusammenleben in den europäischen Gesellschaften zu machen. Ebenso haben sie jene Traditionen nicht zu islamrechtlichen Texten zu erheben. Insbesondere gilt das für die Themen, welche die Frau betreffen, in dem sie ihr ihre vollen Rechte vorenthalten, welche ihr die Scharia gab, oder in dem die Frau zu einigen Traditionen genötigt wird, welche überhaupt keine Grundlage in der Region Allahs haben.

Zweitens: Keine Berücksichtigung finden jene europäische Traditionen und Gepflogenheiten, welche im klaren Widerspruch zu definitiven und eindeutigen islamrechtlichen Texten stehen. Hierzu zählen unter anderem die Nivellierung der Differenzen zwischen dem Mann und der Frau im Erbrecht unter dem Deckmantel der Veränderung von Umstand und Zeit; Schließlich handelt es sich bei den Bestimmungen des Erbrechts und der verschiedenen Erbanteile um islamrechtliche Texte, welche definitiv gesichert sind und sich unter keinen Umständen der Veränderungen von Raum und Zeit beugen. Um die Philosophie der islamischen Gesetzgebung in dieser und anderen Angelegenheiten darzulegen, empfiehlt der European Council die Übernahme der erklärenden Methodik, welche die dahinter liegenden Rechtszwecke des Islam aufzeigt.

Drittens: Eine Tradition gilt bei Fragen, in denen es Meinungsverschiedenheit gibt, als Vorzugsfaktor. Dementsprechend ist diejenige Rechtsmeinung, welche passender für den europäischen Kontext ist und mit ihrer Kultur harmoniert, gegenüber einer anderen, ihr widersprechenden Meinung vorzuziehen, selbst wenn erstgenannte (in sich) unterlegen und letztgenannte gewichtiger sein sollte.

Hierzu gehört als Beispiel: das Händeschütteln zwischen Männern und Frauen. Hierbei handelt es sich um eine Frage, über die es islamrechtlich Meinungsverschiedenheiten gibt. In der europäischen Tradition wird diese als Frage des guten Geschmacks in der Öffentlichkeit sowie des Respekts gegenüber anderen gewertet. Vorbehalte diesem gegenüber können die Person in Verlegenheit bringen und des Verdachts auf Arroganz aussetzen. Um die Verlegenheit beizulegen sowie die Tradition zu berücksichtigen, bei gleichzeitigem Vorhandensein einer islamrechtlichen Handlungsfreiheit, wird das Händeschütteln zwischen Männern und Frauen erlaubt, wann immer es hierfür einen Bedarf (ḥāǧa) geben sollte, Versuchung ausgeschlossen wird und im Ausüben dessen die Heranziehung eines Nutzens oder die Abwendung eines Schadens vorliegt, ganz gleich ob dieser öffentlich oder individuell sein sollte.

(Die 24. Konferenz fand vom 16.-19. August 2014 statt.)

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2019-01-01T23:06:30+00:00

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